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CONTI TKC80 2 GENERATION 2026 MOTORRADREIFEN TEST
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TKC80 II: Bereit für große Abenteuer

Zusammenfassung

Mit der zweiten Generation des TKC80 reagiert Continental auf die massive Evolution moderner Adventure-Bikes – von Klassikern wie der BMW R 80 G/S bis hin zu aktuellen Schwergewichten wie der BMW R 1300 GS mit 145 PS und enormem Drehmoment. Der neue TKC80 ist keine Modellpflege, sondern eine echte Neuentwicklung mit rund 17 Prozent größerer Aufstandsfläche für mehr Stabilität, besseren Grip und gleichmäßigeres Verschleißbild. Onroad überzeugt er trotz Stollen mit überraschend hoher Kurvenperformance und gut kontrollierbarem Grenzbereich, während Offroad längere, invertiert angeordnete Blöcke und optimierte Kanten für starke Traktion sorgen. Die Laufleistung bleibt einsatzabhängig, die Geräuschentwicklung wurde reduziert. Unterm Strich bleibt der TKC80 ein kompromissstarker 50/50-Reifen mit ikonischem Charakter – nun konsequent abgestimmt auf schwere, drehmomentstarke Adventure-Motorräder.

Seit 41 Jahren steht der Continental TKC80 für die klassische 50/50-Philosophie aus Onroad- und Offroad-Performance – und 2026 bekommt der Kultreifen ein komplettes Re-Design. Zur Einführung in den 1980ern rollten Maschinen wie die BMW R 80 G/S mit rund 200 Kilogramm, 50 PS und 800 Kubik über die Pisten. Heute sprechen wir von Big-Enduros mit 1300 Kubik, 145 PS, 149 Nm Drehmoment und bis zu 270 Kilogramm Gewicht – etwa bei der BMW R 1300 GS. Diese Entwicklung verlangte nach mehr als einem kleinen Update: Continental setzt bewusst auf einen Bruch mit alten Konzepten und entwickelt den TKC80 II als eigenständige Neuentwicklung. Ziel ist es, mit den gestiegenen Kräften moderner Adventure-Bikes mitzuwachsen, höhere Stabilität bei Tempo, mehr Grip unter Last und ein kontrollierbares Verschleißbild selbst bei starkem Drehmoment zu gewährleisten.

17 Prozent mehr Kontakt

Herzstück der Überarbeitung ist eine um rund 17 Prozent vergrößerte Aufstandsfläche, insbesondere in den verschleißintensiven Zonen wie der Mitte für lange Autobahnetappen. Das sorgt für bessere Hochgeschwindigkeitsstabilität, gleichmäßigeren Abrieb und spürbar mehr mechanischen Grip. Die Laufleistung soll auf dem Niveau des Vorgängers bleiben – realistisch sind je nach Einsatz zwischen 4.000 und 5.000 Kilometer, wobei extreme Bandbreiten möglich sind: Manche Fahrer schaffen nur 2.000 Kilometer, andere bis zu 10.000. Klar ist, dass der TKC80 nie ein Laufleistungswunder war, sondern ein Tourenbegleiter für Straße und Schotter. Auch bei der Lautstärke hat sich etwas getan: Das frühere, sehr präsente Abrollgeräusch wurde reduziert. Ganz leise ist ein Stollenreifen naturgemäß nicht, doch subjektiv wirkt die neue Generation kultivierter, ohne ihren kernigen Charakter zu verlieren.

Kurvengier trotz Stollen

Auf kurviger Landstraße zeigt sich der neue TKC80 überraschend souverän. Für einen grobstolligen Reifen bietet er kräftigen Grip, saubere Seitenführung und ein transparentes Feedback im Grenzbereich. Selbst auf leistungsstarken Big-Enduros lässt er sportliches Umlegen zu, wobei die Traktionskontrolle bei harter Beschleunigung aus der Kurve sichtbar mitarbeitet. Das enorme Drehmoment moderner Bikes fordert seinen Tribut – hier wird deutlich, dass ein Stollenreifen weniger Aufstandsfläche besitzt als ein reiner Sport- oder Tourenreifen. Dennoch lassen sich rund 80 Prozent der Performance abrufen, die ambitionierte Straßenfahrer benötigen. Leichte Rutscher kündigen sich sauber an und bleiben kontrollierbar. Wer ausschließlich Asphalt fährt, greift besser zu einem straßenorientierten Modell. Wer jedoch regelmäßig zwischen Landstraße, Schotterpiste und wechselnden Bedingungen pendelt, bekommt einen Reifen, der optisch wie fahrdynamisch überzeugt.

Offroad bleibt er König

Offroad bleibt der TKC80 ganz in seinem Element. Längere Mittelblöcke mit zusätzlichen Kanten erhöhen den mechanischen Grip, invertiert angeordnete Profilsegmente verbessern die Verzahnung im Gelände. Die Vorderkante ist schärfer ausgeführt für stärkeres Bremsen, die hintere flacher für bessere Traktion beim Herausbeschleunigen. Vorder- und Hinterreifen wurden unterschiedlich abgestimmt: vorne für präzises Lenkgefühl, hinten für Stabilität und Vortrieb. Nach rund 200 Kilometern Testeinsatz – inklusive Geröll, Wasserdurchfahrten und sandigeren Passagen – zeigen sich sichtbare Gebrauchsspuren an den Blockkanten, besonders durch scharfkantige Steine. Dennoch bleiben massive Profilblöcke erhalten. Die Kontur entspricht weiterhin dem ikonischen Fahrverhalten des Originals, der Compound wurde zugunsten von Straßengrip optimiert. Unterm Strich ist die zweite Generation keine Revolution, sondern eine konsequente Evolution – maßgeschneidert für schwere, drehmomentstarke Adventure-Bikes.

Veröffentlichungsdatum: 27.02.0206

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