Harley-Davidson Touring-Updates
Zusammenfassung
Street Glide oder Road Glide – beide Touring-Modelle von Harley-Davidson wurden umfassend überarbeitet und treten mit reduziertem Gewicht, neuer Elektronik und dem neuen Milwaukee-Eight 117 Motor an. Dieser bietet 177 Nm Drehmoment und 106 PS sowie eine variable Ventilsteuerung über das gesamte Drehzahlband, was für etwas mehr Leistung und einen leicht verbesserten Verbrauch sorgt. In der Praxis war Leistung jedoch nie ein Problem, vielmehr erfordert das hohe Drehmoment bei Regen und schlechten Bedingungen eine saubere Gasdosierung. Die größten Fortschritte liegen in der Elektronik: eine neue 6-Achsen-IMU ermöglicht schräglagenabhängiges ABS, Traktionskontrolle, Slip Control, Kurvenlicht und Auto-Hold, alles serienmäßig. Zusätzlich wurden Touring-Paket, Lichttechnik, Stromversorgung und Fahrwerk überarbeitet, optional mit stabilem Öhlins-Fahrwerk. Der Sitz ist sehr komfortabel, besonders für den Sozius. Street Glide und Road Glide unterscheiden sich vor allem durch Front, Lenker und Fahrgefühl, technisch sind sie nahezu identisch. Die Verarbeitung wurde verbessert, einige Kunststoffdetails bleiben Kritikpunkt. Insgesamt sorgt das geringere Gewicht für mehr Fahrspaß, das Update wirkt sinnvoll, aber eher evolutionär als revolutionär.
Street Glide oder Road Glide, wer ist der bessere Begleiter? Beide Modelle wurden von Harley-Davidson deutlich überarbeitet. Die erste Fahrt findet in Málaga statt, leider bei Regen, was aber ehrlich gesagt perfekte Bedingungen sind, um Technik und Elektronik realistisch zu bewerten. Anfangs war meine Freude über die neuen Modelle groß, nach der Präsentation jedoch etwas gedämpft, weil ich mir mehr erhofft hatte. Trotzdem zeigt sich schnell, dass Harley aktuell einiges verändert: Die Preise wurden gesenkt, die Ausstattung verbessert und mit dem neuen Milwaukee-Eight 117 Motor gibt es erstmals variable Ventilsteuerung. Mit 177 Nm Drehmoment und 106 PS liefert der Motor ordentlich Druck, auch wenn Leistung bei diesen Modellen nie gefehlt hat. Im Alltag ist der Unterschied zum Vorgänger subtil, bei Regen merkt man jedoch, dass das hohe Drehmoment sauber dosiert werden will. Richtig stark sind die neuen elektronischen Systeme: Die 6-Achsen-IMU ermöglicht schräglagenabhängiges ABS, Traktionskontrolle, Slip Control, Kurvenlicht und Auto-Hold, alles serienmäßig. Dazu kommt weniger Gewicht, ein verbessertes Fahrwerk, optional mit Öhlins, sowie ein extrem komfortabler Sitz mit klarem Fokus auf den Sozius. Street Glide und Road Glide unterscheiden sich vor allem durch Front, Lenker und Fahrgefühl, technisch sind sie nahezu identisch. Die Verarbeitung ist besser geworden, auch wenn nicht alles perfekt ist. Insgesamt wirkt das Update sinnvoll und fahrdynamisch spürbar, aber eher als konsequente Weiterentwicklung denn als Revolution.
Motor, Leistungsdaten und Fahreindruck
Herzstück beider Modelle ist der neue Milwaukee-Eight 117 Motor mit variabler Ventilsteuerung. Diese arbeitet laut Harley-Davidson über das gesamte Drehzahlband hinweg und sorgt für 7 Prozent mehr Drehmoment sowie 14 Prozent mehr Leistung. In Zahlen bedeutet das 177 Newtonmeter bei 3.500 Umdrehungen und 106 PS bei 4.600 Umdrehungen pro Minute. Zusätzlich soll der Verbrauch um etwa drei bis vier Prozent sinken. In der Praxis relativiert sich der Leistungszuwachs allerdings, da es den bisherigen Street- und Road-Glide-Modellen nie an Leistung oder Durchzug gefehlt hat. Der Motor wirkt nun etwas kräftiger und direkter, liefert spürbar mehr Wucht, vor allem aus niedrigen Drehzahlen. Gerade bei Regen zeigt sich jedoch, dass das hohe Drehmoment kontrolliert werden will. Selbst im Rain-Modus kann bei zu ruppigem Gasgeben das Heck reagieren, was für weniger erfahrene Fahrer anspruchsvoll sein kann. Ein direkter Vergleich mit dem Vorgängermodell zeigt Unterschiede vor allem dann, wenn beide Motorräder unmittelbar hintereinander gefahren werden. Im normalen Alltag fällt der Leistungszuwachs weniger auf, vielmehr macht sich das zusätzliche Drehmoment in langsamen oder rutschigen Situationen bemerkbar.
Gewicht, Elektronik, Fahrwerk und Komfort
Ein wesentlicher Fortschritt liegt im reduzierten Gewicht und der neuen Elektronik. Die Street Glide ist um 10,9 Kilogramm leichter geworden, die Road Glide um 5,9 Kilogramm. Gleichzeitig wurden Leistung und Drehmoment gesteigert. Besonders hervorzuheben ist die neue 6-Achsen-IMU, die schräglagenabhängige Systeme ermöglicht. Dazu zählen Kurven-ABS, Traktionskontrolle, Slip Control, Auto-Hold und Kurvenlicht, alles serienmäßig. Diese Systeme greifen auch bei starken Schräglagen sauber ein und erhöhen Sicherheit und Vertrauen deutlich. Zusätzlich wurde das Touring-Paket überarbeitet: neues LED-Rücklicht, zusätzliche Beleuchtung, eine 12-Volt-Steckdose im Topcase und insgesamt 68 Liter Stauraum. Auch die Stromversorgung wurde verbessert, mit rund 21 Prozent mehr Leistung für Zubehör. Fahrwerksseitig wurde der Rahmen angepasst und auf das neue Gewicht abgestimmt. Serienmäßig kommt Showa zum Einsatz, optional gibt es ein Öhlins-Fahrwerk, das spürbar mehr Stabilität bietet. Besonders praktisch ist das Preload-Handrad zur schnellen Anpassung an Fahrer-, Sozius- oder Gepäckgewicht. Der Sitz wird als extrem bequem beschrieben, mit klar erkennbarem Fokus auf den Soziuskomfort.
Unterschiede, Verarbeitung und Fazit
Motorisch und technisch sind Street Glide und Road Glide nahezu identisch, die Unterschiede liegen vor allem in Front, Lenker, Windschutz und Fahrgefühl. Bei der Street Glide bewegt sich die gesamte Front mit dem Lenker, während die Road Glide eine fest montierte Verkleidung besitzt. Der höhere Lenker der Road Glide sorgt für ein aufrechteres, entspannteres Fahrgefühl und wird als agiler und präsenter empfunden. Der Windschutz ist bei beiden sehr gut, wobei die Street Glide bei Regen etwas besseren Schutz für Hände und Oberkörper bietet. Optisch gefällt dem Moderator die Road Glide besser, was jedoch Geschmackssache bleibt. Die Verarbeitung und Lackqualität wurden verbessert, viele zuvor billig wirkende Kunststoffflächen sind nun lackiert oder hochwertiger gestaltet, auch wenn einige Staufächer weiterhin nicht ganz überzeugen. Die Audioanlage wurde überarbeitet und bietet mehr Leistung, Apple CarPlay funktioniert weiterhin nur kabelgebunden. Kupplung und Bremsen entsprechen weitgehend dem Vorgänger, die Kupplung bleibt relativ schwergängig. Insgesamt sorgen das geringere Gewicht und die bessere Elektronik für mehr Fahrspaß und Sicherheit. Harley-Davidson befindet sich klar im Umbruch, dieses Modelljahr wirkt wie ein Übergang in eine neue strategische Richtung.