Die Top 10 Motorradmarken
Zusammenfassung
Der globale Motorradmarkt wird stark von Marken dominiert, die in Europa kaum wahrgenommen werden. Unangefochtener Marktführer ist Honda mit 19,4 Millionen produzierten Motorrädern, 25,6 % Wachstum und über 80 Milliarden Dollar Umsatz – seit rund 50 Jahren auf Platz eins. Dahinter folgen Hero MotoCorp aus Indien mit 5,9 Millionen Einheiten, Yamaha mit 4,6 Millionen und Yadea aus China mit 4,3 Millionen rein elektrischen Fahrzeugen, wobei Elektromobilität weiterhin volatil bleibt. Hersteller wie TVS, Bajaj, Suzuki, Italika, Loncin und Royal Enfield prägen den Markt durch Volumen, Margen oder strategische Partnerschaften, während klassische Image-Marken wie Harley-Davidson mit vergleichsweise geringen Stückzahlen nicht mehr zu den Top 10 zählen. Die zentralen Trends bis 2030 sind Wachstum im bezahlbaren Premiumsegment zwischen 250 und 400 ccm, zunehmende Kooperationen zwischen Herstellern sowie ein langsamer, ungleichmäßiger Übergang zur Elektromobilität. Besonders Mexiko entwickelt sich dabei zum strategischen Schlüsselmarkt für Lateinamerika: jung, volumenstark, kaum subventioniert und entscheidend für zukünftige Marktmacht. Die neue Motorradweltordnung folgt damit weniger Emotionen als harten Zahlen.
Wenn wir über Motorradgiganten sprechen, denken viele zuerst an Harley-Davidson, Ducati oder BMW. Die Realität sieht jedoch völlig anders aus. Ziel des Videos ist es, den Blick über den Tellerrand zu richten und die weltweit größten Motorradhersteller nach Stückzahlen vorzustellen, ergänzt um wichtige Hintergrundinformationen. Unangefochten auf Platz eins steht Honda – und das seit rund 50 Jahren. Honda produzierte 19,4 Millionen Motorräder in einem Jahr, verzeichnete ein Wachstum von 25,6 % und erzielte über 80 Milliarden Dollar Umsatz. Honda ist nicht nur Marktführer, Honda ist der Markt. Platz zwei belegt Hero MotoCorp aus Indien, bei uns nahezu unbekannt, mit 5,9 Millionen Fahrzeugen, knapp 7 % Wachstum und der Position als größter Hersteller innerhalb eines einzelnen Landes. Auf Platz drei folgt Yamaha aus Japan mit 4,6 Millionen Einheiten. Zwar geringeres Volumen, dafür hohe Margen pro Motorrad – Yamaha verdient dort Geld, wo andere nur Stückzahlen generieren.
Elektro, Expansion und neue Player
Weiter mit Platz vier: Yadea aus China mit 4,3 Millionen Fahrzeugen, ausschließlich elektrisch. Trotz eines Rückgangs von 13 % zeigt sich hier die Volatilität der Elektromobilität, bedingt durch sinkende Subventionen und reale Marktbedingungen. Platz fünf belegt TVS Motor mit 3,7 Millionen Motorrädern und 12,6 % Wachstum. TVS expandiert aggressiv nach Europa und in den Premium-EV-Bereich, unter anderem mit der Marke „Norton“. Platz sechs geht an Bajaj Auto mit 3,1 Millionen Einheiten. Bajaj hält rund 48 % an KTM und Husqvarna, baut Performance-Motorräder in Indien und stärkt dort massiv den Markt. Platz sieben ist Suzuki mit über 2 Millionen Motorrädern – unspektakulär, aber konstant, zuverlässig und profitabel.
Image zählt nicht, Zahlen gewinnen
Auf Platz acht folgt Italika aus Mexiko mit 1,3 Millionen verkauften Motorrädern und einem Wachstum von 35 %. In Europa nahezu unbekannt, in Lateinamerika dominant. Platz neun belegt Loncin (Chongqing Loncin Motor Co., Ltd.), aus China mit rund 1 Million Motorrädern, darunter Marken wie Voge – kein Lifestyle-Produkt, sondern strategisch relevant für westliche Märkte, ähnlich wie Piaggio. Platz zehn geht an Royal Enfield mit 950.000 Motorrädern. Weniger Stückzahl, dafür hohe Margen – Royal Enfield verkauft Geschichte und Authentizität. Der Vergleich zeigt den Unterschied zwischen Image und Markt: Harley-Davidson verkaufte zuletzt rund 160.000 Motorräder und verpasst damit die Top 10 deutlich, während Hero fast 6 Millionen verkauft. Image ist nicht gleich Marktmacht.
Die Zukunft entscheidet sich jetzt
Abschließend stellt das Video die Frage, wohin sich der Motorradmarkt bis 2030 bewegt. Drei zentrale Trends zeichnen sich ab: Erstens Wachstum im Premium-Massenmarkt, vor allem im 250- bis 400-ccm-Segment, nicht mehr bei 125 ccm. Bezahlbar, hochwertig und global relevant – Beispiele sind Triumph 400 oder Harley-Davidson X440, insbesondere für Nicht-EU-Märkte. Zweitens Partnerschaften statt Einzelkämpfer: Bajaj & Triumph, Hero & Harley, TVS & BMW – Kooperationen bündeln Kompetenzen und entscheiden über Erfolg. Drittens der holprige Elektrotrend: Er wächst, aber ungleichmäßig, abhängig von Subventionen, Technologie und Politik. Dazu kommen alte Giganten wie Honda, Yamaha und TVS, die dank Kapital, Produktionsmacht und globalen Netzwerken zurückschlagen. Besonders wichtig wird Mexiko als Volumenmarkt mit junger Bevölkerung, hohem Mobilitätsbedarf und kaum Subventionen. Wer Mexiko gewinnt, gewinnt Lateinamerika – und möglicherweise den nächsten globalen Marktführer. Die Daten stammen aus Q1 2025, basierend auf Branchenreports und Geschäftsberichten 2024. Das Ergebnis ist eine neue Motorradweltordnung, getrieben nicht von Emotionen, sondern von Zahlen – mit enormen Auswirkungen auf Europa, China, Indien und vor allem Lateinamerika.