Benelli 752s

Hersteller
Naked Bike
Art
76,8 bei 8.500 U/min
PS
A
Führerschein

Benelli 752s

Benelli weitet die Palette. Jetzt wird´s laut und wild. Aber wirklich.

Wenn Du unbedarft in den Sattel steigst, fällt einmal das spürbare Gewicht auf. Immerhin gibt es in dieser Klasse günstige Werkzeuge mit 20 Kilo weniger. Dann schickst du das Feuer in den Brennraum und erstarrst. Fast ehrfürchtig. Ein derart markiger Spruch, deutliches Ventilnageln und Vibrationen, dass du dich irgendwie herrichten musst. Hier brüllt ein Tier, das man nicht ärgern sollte. Die 50mm Marzocchi mildert den Eindruck nicht. Gitterrohr und fesche Tank-Sitzlinie, alles irgendwie ernst, fast schon etabliert professionell. Dabei sitzen wir auf einem Eisen einer Marke, die sich nach und nach neu erfindet. Nach günstigen Böcken mit schon in die Jahre gekommenen Motorkonzepten liefert Benelli hier noch ein komplett neues Aggregat in einem Rahmen, der nicht probiert sondern repräsentiert. Mächtige Erscheinung, sicher kein Lehrlingswerk aus dem Designerkammerl sondern bis ins Detail mit routinierter Hand gezeichnet.

Technische Details

Allgemein
Hersteller Benelli
Modell 752s
Motorrad Art Naked Bike
Baujahr 2020
Führerschein A
Motor
Motortyp Reihenzweizylinder, Viertakt, flüssigkeitsgekühlt, 4 Ventile pro Zylinder, doppelte obeneliegende Nockenwelle
Zylinder 2
CCM 754 CCM
Leistung 76,8 bei 8.500 U/min PS
Leistung 56 bei 8.500 U/min KW
Drehmoment 67 Nm bei 6.500/min NM
Bohrung 88 MM
Hub 62 MM
Verdichtung 11,5:1
Kraftstoffmischung Elektronische Benzineinspritzung
Abgasnorm Euro 4
Weitere Details anzeigen
Kraftstoffverbrauch 5,9 / 100km L
Höchstgeschwindigkeit 190 km/h KM/H
Getriebe Manuell
Kupplung Mehrscheiben-Ölbadkupplung
Endantrieb Kette
Bremsen & Federelemente
ABS Ja
Bremse Vorne 2 x ø 320mm mit 4-Kolben-Bremszange
Bremse Hinten 1 x ø 260mm mit Einzelkolbenbremszange
Elektronisches Fahrwerk Nein
Fahrwerk vorne Upside-Down Federgabel Ø 50mm
Federweg vorne 117 MM
Fahrwerk hinten Schwinge mit Zentralstoßdämpfer und Federvorspannung
Federweg hinten 45 MM
Rahmen & Maße und Gewichte
Rahmenbauart Stahlrohrrahmen
Nachlauf (mm) 105 mm
Gewicht 232 VG KG
Lenkkopfwinkel ( ° ) 65,0 Grad
Radstand (mm) 1460 mm
Sozius Ja
Tank 14,5 L
Sitzhöhe 810 MM
Lenkkopfwinkel 65,0 Grad °
Radstand 1460 mm MM
Felgen Aluminiumlegierung; 17” x 3,50”/ 17” x 5,50”
Reifendimensionen Hinten 180/55 - ZR17
Reifendimensionen Vorne 120/70 - ZR17
Abmessungen 2.130 x 820 x 1.100 MM
Assistenzsysteme & Elektronik
Tankanzeige Füllstandsanzeige
Temperaturanzeige Ja
Ganganzeige Ja
Drehzahlmesser Digital
Traktionskontrolle Nein
Slidecontrol Nein
Anti-Wheelie-Control Nein
Sonderausstattung
Lenkungsdämpfer Nein
Quickshifter Nein
Sonderausstattung 1 Voll-Digitales Display
Ersteller Lukas Frohms
Preis
Neupreis AT (€) 8.899 €
Neupreis DE (€) 7.999 €
Neupreis CH (CHF) 9.543 CHF
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752s Bewertungen (2 Bewertungen)

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Gesamtwertung

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Im Betrieb gibt´s keine Überraschungen

Außer vielleicht vom Reihenzweier. So laut und mächtig zwischen den Beinen er auch werkt, der will sich dann schon bitten lassen. Für einen Zweizylinder (11,5 : 1 verdichtet) mit 88er Bohrung und 62 mm Hub geht der unten eigentlich nicht fürchterlich. Er will gedreht werden. Ab 5.000 allerdings haben wir eine schöne lineare Leistungsentfaltung, wobei der Murl auch akustisch sich keine Zurückhaltung gönnt. Vielleicht hat man sich von den 754mm-Hubraum bei diesen Vibes mehr Dampf erwartet. Wie gesagt, er kommt schon, nur halt oben, bis bei ca. 9.500 der Begrenzer einfährt. Relativ lang übersetzt, dann aber mit kurzen Intervallen geht da schon was weiter. Die Gabel ist in Zug- und Druckstufe verstellbar und das sollte man auch anpassen. Vor mir war offenbar die Prinzessin auf der Erbse im Sattel. Die 320er-Doppelbrembo ist absolut kompetitiv und die Gabel sackte bei jedem Ankerwurf unheimlich ein. Aber man merkt jede Viertelumdrehung an den Dämpfer-Stellschrauben. Danach war das ein ausgewogenes Naked-Bike, dessen Komfort- oder Schlacht-Eigenschaften sich jeder selbst mit einem Schlitzschraubenzieher vor der Ausfahrt anpassen kann.

Geometrie eher auf der stabilen Seite

Der Radstand wirkt definitiv länger als im Datenblatt. Ganz besonders in Verbindung mit dem restriktiven Lenkeinschlag ist es kein Großstadtwiesel. Im Freiland aber, da ist sie zu Hause. Und ab 150 schätzt man die Revs. Reserven genug.

Trotz der langen Anmutung ist dann im Sitz nicht allzu viel Platz für zwei. Tiefer Sitz und hohe Rasten bedeuten: Sportliche Reiterposition mit spitzem Kniewinkel. Eher für Duelle auf der Hausstrecke als für lange Beutezüge.

Der große Bringer bei diesem Eisen ist die Optik

Benelli hat eigenständige Scheinwerfer-Lichtspiele, leiwande Sattelformen und speziell die Rundrohrschwinge mit Gitterohrstreben auf der Kettenseite (deren Bewegung man mit der linken Innenferse mitfühlen kann) mit asymmetrischem Kennzeichenhalter taugt mir extrem. Das Farbdisplay ist zurückhaltend im Informationsangebot und daher übersichtlich, leicht zu bedienen und auf jeden Fall gut ablesbar. Wer also was Neues, Eigenständiges mit über 75 PS samt Anti-Hopping-Kupplung möchte und einen unverkennbaren Audio-Gruß dem Nachbarn zukommen lassen will, der ist hier richtig. Benelli macht sich, solide Komponenten (auch beim Gummi: Erstauslieferung mit Pirelli Angel GT), lässige Optik und eine Motorkultur aus der wilden Zeit, als am Hahntenjoch noch keine Lärmmessung neben der Laserkanone lauerte.

Text: Lost Espandrillo

Fotos: Benelli

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