Suzuki SV650

Hersteller
Naked Bike
Art
76
PS
A2/A
Führerschein
ab 1.248 CHF
Gebrauchtpreis

Preisentwicklung

Preis Gebraucht

Kilometer bis Hintergrund mit bis 8.500km
Mittelwert
5.502CHF - 7.478CHF
Kilometer bis Hintergrund mit bis 19.000km
Mittelwert
2.599CHF - 6.509CHF
Kilometer bis Hintergrund mit bis 61.000km
Mittelwert
1.248CHF - 7.270CHF
Übliche Preisspanne, von fair bis teuer. Außerhalb dieser Spanne ist der Preis für dein Motorrad nicht Norm.

Suzuki SV650

The story goes on. 17 Jahr´, blondes Haar. So stand sie vor mir. Die SV siegt immer.

Hornet, Fazer, Monster, und Kawa ER. Die Suzi hat sie alle überlebt oder besiegt. Nicht in allen Disziplinen aber unterm Strich dann eben doch. Wie liebe ich dieses Eisen. Man könnte es kurz machen und von einem ewig-optimalen Konzept sprechen, dass wie eine Seidenstrumpfhose immer passt. Aber damit wäre man im falschen Film. Richtig jedoch bleibt die eherne Gleichung: V2 + 76PS + 197Kg + 160mm hinten ergibt: My Bike. Warum? Weil´s nirgendwo eine derart kompetitive Nackerte am Markt gibt. Natürlich kontert Yamaha mit der MT07, freilich steht Kawas ER6n schon lang in derselben Startreihe. Wir sprechen von der 7000-Euro-Klasse. KTMs Duke lebt 2000 höher, Triumphs Street Triple 3000 und Ducatis Monster schon weit im fünfstelligen Bereich. Um sieben Tausender ein vollwertiges Bike? Ja, da greifen viele zu. 2015 legte diese Klasse erneut zu. Und das wird auch so bleiben, da wett´ ich mein Gesäß drauf. Ist natürlich ein Fehler, hier mit Daten, Fakten und gar Preisen zu beginnen. Aber, Leute, die Zeiten werden enger und es gibt sie noch, die ganz normalen Menschen wie dich und mich, die sich nur ein Eisen leisten können. Die SV ist aber für alle interessant. Ladies and Gentlemen, start your engines!

Technische Details

Allgemein
Hersteller Suzuki
Modell SV650
Motorrad Art Naked Bike
Baujahr 2020
Führerschein A2/A
Motor
Motortyp Flüssigkeitsgekühlter 2-Zylinder 4-Taktmotor, DOHC
Zylinder 2
CCM 645 CCM
Leistung 76 PS
Leistung 56 KW
Drehmoment 64 bei 6000/min NM
Bohrung 81 MM
Hub 62,6 MM
Verdichtung 11,2:1
Kraftstoffmischung Benzineinspritzung
Abgasnorm Euro 4
Weitere Details anzeigen
Kraftstoffverbrauch 4 L
Höchstgeschwindigkeit 205 KM/H
Getriebe Manuell
Kupplung Mehrscheiben im Ölbad
Endantrieb Kette
Standgeräusch 88 dB(A)
Bremsen & Federelemente
ABS Ja
Bremse Vorne 290mm Doppelbremsscheibe
Bremse Hinten 240mm Bremsscheibe
Elektronisches Fahrwerk Nein
Fahrwerk vorne 41mm Teleskopgabel
Federweg vorne 125 MM
Fahrwerk hinten Zentralfederbein
Federweg hinten 130 MM
Rahmen & Maße und Gewichte
Rahmenbauart Stahl Gitterrohrrahmen
Nachlauf (mm) 106
Gewicht 199 (VG) KG
Lenkkopfwinkel ( ° ) 65
Radstand (mm) 1445
Sozius Ja
Tank 13,8 L
Sitzhöhe 785 MM
Lenkkopfwinkel 25 °
Radstand 1445 MM
Felgen Gussfelgen
Reifendimensionen Hinten 160/60 - 17
Reifendimensionen Vorne 120/70 - 17
Abmessungen 2140/760/1090 MM
Assistenzsysteme & Elektronik
Tankanzeige Füllstandsanzeige
Temperaturanzeige Ja
Ganganzeige Ja
Drehzahlmesser Digital
Traktionskontrolle Ja
Slidecontrol Nein
Anti-Wheelie-Control Nein
Sonderausstattung
Lenkungsdämpfer Nein
Quickshifter Nein
Sonderausstattung 1 Low-RPM Assist
Sonderausstattung 2 Suzuki Easy Start
Sonderausstattung 3 LCD-Display
Ersteller Stephan Zettel
Preis
Neupreis AT (€) 7.290 €
Neupreis DE (€) 6.595 €
Neupreis CH (CHF) 7.295 CHF
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SV650 Bewertungen (4 Bewertungen)

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Wenn der Asphalt auftrocknet an der Costa Brava

Gestern Hagel, heute Regen. Aber pünktlich zum Start stoppt Petrus die Gießkanne. Und das ist genau die Stunde der SV. Für Genussheizer eine der besten Mischungen wo gibt: Barcelona. Ist nicht nur meine Lieblingsmetropole am Kontinent, es hat auch kerniges Bergland rund ummadum. Richtung Pyrenäen schlängeln sich Küstenstraßen, schöner als im Ruefa-Prospekt und landeinwärts gibt´s Asphalt in allen Radien. Und genau hier punktet die SV. Wer´s nicht kennt, der 160er Hinterbock lässt das ohnehin klassenbeste Leichtgewicht von einer Seite zur andern schmeißen, wie kein anderes. Im Wald wird´s feucht, Risse in der Straßendeckschicht, aber egal. Die SV lässt sich sowohl im Tempo als auch im Handling total selbstverständlich korrigieren. Sa-gen-haft. Irre leiwand! Sie hat ja keine elektronischen Fahrhilfen und, unpackbar, niemals ist mir das abgegangen. Man wird eins mit der Suzi, spürt was sie will, weiß, was sie kann. Dementsprechend findet man schnell aber im gemütlichen Sattel der Sicherheit ihre Grenzen. Schmale Straßen mit wenig Platz bei Gegenverkehr kann man im vollen Speed nehmen, so wuchtig sitzt das Vertrauen im Schädel,…

…so direkt zieht der Gedanke deinen Strich am Asphalt.

Denn, du kannst blitzschnell korrigieren. Das kaum einstellbare Fahrwerk (nur Federvorspannung hinten händisch adjustierbar) ist perfekt und ausgewogen. Kein Schaukeln, kein unerwartetes Einnicken, alles nach Plan. Es ist ein Spielzeug, auch für Fitness-Abstinenzler. Mit jedem Kilometer wächst der Freudendämon und der Kasperl lacht dazu. Das war schon bei der Gladius so, die neue SV hat dieselbe Geometrie, nur die Sitzposition ist einen Deut niedriger. Suzuki will damit die Einsteiger krallen. Ich frage mich nur: Wissen die, was für ein Weltbike das ist? Und noch viel schlimmer. Wissen die Obergscheiten der ersten Stunde, was für ein Pfitschipfeil das ist? Es gibt wirklich absolut nichts zu bemängeln an dieser schlanken Nackerten. Das ist kein Einsteigerbike, das ist absolute Spitzenqualität in diesem Preissegment.

Pfeif auf Design. Die SV spricht für sich

Wir müssen da jetzt ein bissl am Image polieren. Egal, auf welcher Seite man bei der geschwungen gezeichneten Gladius stand, deren Design ja die Welt spaltete wie Moses das Meer und nicht einmal das schlug große Wellen. Das SV-Konzept ist einfach welt. Der Gitterrohrrahmen zeigt das Kernstück her. Den Motor. Der war schon als Vergaser unerreicht. Heute poltert EURO4 mit neuem Sound und 76 PS. Besser, röhriger, runder. Bei der Gasannahme schlugen ja schon die Vorgängerversionen alle Gegner, jetzt ist das noch weicher, noch subtiler und hängt direkt mittels Öffnungs- und Schließzug am echten Kabel, mit Nachdruck ohne Ride-by-Wire. Deswegen vielleicht vermisst man die Traktionskontrolle nicht, es gibt de facto keine Lastwechsel, so smooth setzt das ein, ist dann aber voll da, wenn man´s braucht. Die ersten 100 Kilometer war ich nie im Begrenzer, weil ein sanfter Leistungsabfall kurz vor 11.000 das Ende der Fahnenstange weich ankündigt und wir waren definitiv nicht schlampig unterwegs. Auf den wenigen trockenen Stellen kratzt die neue Alufußraste, spät aber ganz normal. Am Kurvenspeed werden sich die bladen Supersportler die Zähne ausbeißen und am V2-Antritt danach sowieso. Die Übersetzung erlaubt zwar Ungeübten keine Wheelies, aber mit Kupplung ist das kein Problem. Auch enge Radien werden im Zweiten genommen, dann:

Das perfekte Getriebe durchhaggeln bis in ´n Fünfer

Der sechste Gang kann als Overdrive auf der Autobahn genutzt werden. Fernreisende werden sich über den Tank freuen. Wieder komplett nackt lässt der Eisentank Magnetrucksäcke picken und er ist auch schön, die asymmetrischen Lackstreifen taugen eigentlich jedem. Kann mir somit kein Eisen mit mehr Zylindern vorstellen, das aber auch nur ansatzweise der SV im Winkelwerk gefährlich werden kann. Das ist ernst und doch so spielerisch. Speziell auf bombierten, schlechten Straßen spielt die SV ihre Gegner schwindlig. Als die Sonne da und die Kamera weg war, traten wir unsere Heimreise an. Man kennt das ja. Eine fünfgängige spanische Jause im Wanst möchte man den Tag ausklingen lassen, nur noch heimgondeln. Zu alledem waren meine Sinne noch mediterranisiert. Das romantische Küstendörflein Calella de Palafrugell mit seinen Felsen, Minibuchten und einem Leuchtturm ließen die Stätte der Arbeit vergessen. Aber was kam dann?

Gipsalarm! Trotzdem gab´s kein Morgen

Ein Gemetzel. Jürgen, der germanische Henker-Guide von Suzuki Deutschland gab Feuer. Entlang der Felsenküste zieht sich ab Sant Feliu de Guixols Richtung Süden ein Asphaltbandl, das ab sofort in die Top5 der RW-Teststrecken aufgenommen wird. Wir hatten kaum Verkehr, die Unwetter der letzten Tage schmissen allerdings Felsbrocken auf die Straße und Sturzbäche förderten stellenweise Sand auf die Strecke. Eine hauchdünne Schicht, also Gipsalarm! Jürgen kannte zwar die Strecke, die Verunreinigungen allerdings nicht. Trotzdem gab´s kein Morgen. Und das geht eben nur mit der SV. Keine Naked ohne Elektronik oder Anti-Hopping-Kupplung bringt diese Performance auf den Boden. Pures Reiten, die Sinne angespitzt auf Herbrennung und alles unter Kontrolle. Linienkorrektur jederzeit, Speed immer im Griff, auch wenn diese sandfarbene Tönung vorm, hinterm oder im Eck lauert, perfekt am Rutscher. Das Eisen dient und inspiriert. Liebe dein Leben, jetzt!

Die SV-Seele öffnete sich bisher nur den Wissenden

Stammleser wissen, mir taugt das, wenn ein Konzept die Abwege der Modeerscheinungen auslässt und von Anfang an einfach passt. Und genau so ein Eisen ist die SV. Das sollte man als Eigentümer wissen, it´s not a fashion something, it´s a SV, Baby!

17 Jahre sind kein Marketing-Gag. SV steht für solide Herbrennerei, ohne trendige Kinkerlitzchen. Auch wenn Suzuki auf den sogenannten Retrotrend bisher nicht reagiert hat. Bei der SV ist es auch gar nicht notwendig. Der erste Entwurf war ein Volltreffer und er passt auch heute noch. Mit dem Rundscheinwerfer und der reduzierten Erscheinung punktet man mit diesem Eisen überall. Damals wie heute und jetzt eben wieder. Kann mir niemanden vorstellen, der das schiach findet. Wer mehr Edelzeugs herzeigen will, der wartet auf den August. Dann nämlich kommen die Special Parts. Also quergesteppter Specksattel, kühle Armaturenmaske, schlanke LED-Blinker, Seitennummernapplikation, Katzenfänger und nicht zuletzt: Yoshimura Slip-On. Oder man sucht im Aftermarket. Bereits jetzt gibt´s Scramblerumbauten, Reisesets und lässige Accessoires. Schön langsam wird´s gespenstisch, die SV muss doch auch irgendwo nicht siegen.

Den Genussgrinser noch im Mundwinkel

Kritisch fallen mir dazu wirklich nur zwei Bereiche ein: Der niedrigere Sitz hat auch den Kniewinkel etwas angespitzt. Ich (185cm) würde bei erster Gelegenheit einen höheren montieren, wenn ich wieder den Horizont hinter Cinque Terre anvisiere. Und der Anker. Man darf das jetzt nicht falsch verstehen. Das Zeug zangelt genug. Nur, man braucht speziell im higher-performance-mode wirklich Handkraft. Wir sind natürlich verwöhnt, weil es mittlerweile Anlagen gibt, die mit einem Finger blockieren. Hier aber haben wir eine Zanglerei der ehrlichen Stunde. Perfekt im ersten Drittel, absolut ok in der Mitte und nur das letzte Drittel erfordert eben Kraft. Feedback ist aber über den gesamten Dosierbereich perfekt, in den ABS-Regelbereich bin ich auch im Regen nie gekommen, das um eine Kilo leichtere System der modernen Generation arbeitet offenbar am Stand der Zeit. Suzuki hat die SFV 650 (Gladius) zur SV 2016 erfolgreich modernisiert. Optisch Back to the Routes und technisch komfortabler auf gewohnt hohem Qualitätsniveau, nicht nur für Einsteigerinnen. Die neue Suzi startet mit nur einem kurzen Tupfer am Zündknopf und erledigt den Rest von selbst. Beim Anfahren öffnet die Elektronik mit Kupplungssensor einen Bypass und adaptiert die Zündung, sodass die Drehzahl von Geisterhand erhöht wird. Ist jetzt alles für alte Hasen nicht notwendig, aber angenehm, besonders für – da ist es leider wieder – für Einsteiger.

Also: Ehrlicher Volltreffer

Man muss es rausbrüllen. Das ist ein irrsinnig leiwandes Eisen. Endlich wieder einmal keine Elektronik, endlich wieder mechanisch am Gaskabel ziehen, endlich wieder einmal leicht und wendig. Der V2 ist natürlich teurer in der Produktion, aber sein Charakter nach wie vor ungeschlagen mit Punch dort, wo wir ihn brauchen. Schon am Display erkennt man, wo´s langgeht. Keine Untermenüs, nur die pure Information des Nötigsten, bei Suzi wie gewohnt auch mit Ganganzeige. Liebt dieses Bike, führt es aus in die Welt. Man braucht nicht stolz die Brust vorm Nachbarn schwellen. Selber Schuld, wer sie unterschätzt. RW-Vorschlag für den neuen SV-Gruß: Gemma Reihenvierer häkeln? Und der Tag wird gut.

Text: Lost Espandrillo

Fotos: Suzuki

 

 

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