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100 Colls: Wenn Kurven zu Legenden werden

Zusammenfassung

100 Colls 2026 in Lloret de Mar bestätigte seinen internationalen Status mit 337 Fahrern aus 13 Nationen, die über drei Tage und 28 Stunden die Straßen zu einem Spiel aus Strategie, Ausdauer und Mut machten. Nicht Geschwindigkeit, sondern Planung entschied über den Erfolg, besonders nach der erweiterten Route durch Nordkatalonien und Okzitanien mit neuen taktischen Herausforderungen. Trotz wechselnder Bedingungen von Sonne bis Schnee erreichten die Teilnehmer Món Sant Benet, wo das Master-System 37 Goldfahrer auszeichnete. Den Gesamtsieg holten Marc Baurier und Ferran Sacristán mit 41.899 Punkten und 72 Pässen, Robert Conejero gewann die Einzelwertung, Yamaha-MotosX1000 die Teamwertung, Cristina Espada die Damenklasse und Martí Dalmases erneut den Garmin Xtrems Trophy. Emotionale Höhepunkte waren die Ehrung von Jordi Sala und der Ausblick auf 100 Colls France in den Alpen im September.

Die fünfte Ausgabe der 100 Colls hat ihren Status als internationales Motorrad-Event eindrucksvoll bestätigt. 337 Fahrer aus 13 Nationen verwandelten die Straßen rund um Lloret de Mar am 28. April 2026 in ein Spielfeld aus Strategie, Ausdauer und Mut. Was hier entsteht, ist kein gewöhnliches Motorradtreffen, sondern eine epische Reise über tausende Kilometer voller Kurven und Pässe. Teilnehmende aus ganz Europa – darunter Frankreich, Belgien, Niederlande, Portugal, Italien sowie einzelne Fahrer aus Großbritannien und Australien – zeigen deutlich: 100 Colls ist längst mehr als ein lokales Event. Es ist ein fester Bestandteil der europäischen Motorradszene. Entscheidend ist nicht Geschwindigkeit, sondern die Fähigkeit, die richtige Linie zu wählen, klug zu planen und den eigenen Weg durch ein komplexes Netz aus Bergen und Tälern zu finden. Hier verschmelzen Landschaft, Taktik und Leidenschaft zu einer einzigartigen Herausforderung.

Die Karte als eigentliche Schlacht

Über drei Tage und insgesamt 28 Stunden mit heulenden Motoren wurden Täler, Berge und unterschiedlichste Wetterbedingungen zur Bühne der Herausforderung. Sonne, Nebel, Regen, Kälte oder Hitze – und selbst Schnee in höheren Lagen – begleiteten die Fahrer, auch wenn das Wetter in diesem Jahr deutlich milder war als in früheren Ausgaben. Doch die eigentliche Herausforderung begann nicht auf der Straße, sondern am Tisch, mit der von der Organisation bereitgestellten Karte. Diese hielt eine große Überraschung bereit: eine deutliche Erweiterung des Gebiets mit zahlreichen Pässen in Nordkatalonien und Okzitanien. Regionen wie Ariège und Haute-Garonne wurden dadurch entscheidend und zwangen selbst erfahrene Fahrer, ihre Strategien komplett neu zu denken. Drei lange Etappen wurden so zu einem ständigen Wechsel aus Planung, Anpassung und physischer Erschöpfung – jede Nacht endete mit müden Körpern, aber wachem Geist und dem Gefühl, etwas Außergewöhnliches erlebt zu haben.

Wenn Punkte zu Geschichte werden

Nach drei intensiven Tagen erreichten die Teilnehmer vor 13 Uhr am Sonntag den Zielbogen in Món Sant Benet. Motorräder aller Arten und Farben füllten die grüne Wiese, Gespräche in vielen Sprachen mischten sich mit Umarmungen und dem traditionellen Abschlusslunch. Das Master-System (Gold, Silber, Bronze) bestätigte erneut seinen Ruf als Filter der Exzellenz: nur wer 80 % der Siegerpunkte erreichte, erhielt die höchste Auszeichnung. 37 Fahrer schafften dieses Kunststück und sicherten sich Master Gold – ein deutlicher Anstieg gegenüber 2025 mit nur 18 Goldfahrern. An der Spitze setzten sich erneut Marc Baurier und Ferran Sacristán vom Team KTM-Italomotor durch und brachen mit 41.899 Punkten und 72 Pässen den bisherigen Rekord. Auch der Sieg in der Kategorie der meisten Passfahrten sowie die Metzeler Challenge gingen an sie. In der Einzelwertung triumphierte Robert Conejero aus Castellón mit 39.983 Punkten und 59 Pässen nach einem engen Duell mit Ramon M. Gendrau, Fernando Casado und Debütant Morgan David. Die Teamwertung gewann Yamaha-MotosX1000 mit Josep Chaume, Cristina Espada und Isaac Cerdà; Espada siegte zudem in der Damenwertung vor Alicia Viladomiu und Irene Destruels (Kawasaki WRX). Der Garmin Xtrems Trophy ging zum dritten Mal in Folge an Martí Dalmases.

Emotionen jenseits der Ziellinie

Auch die Klassiker sorgten für besondere Bilder: Laurent Streiff gewann auf einer Honda CB 500 den Preis für das bestplatzierte Motorrad über 30 Jahre, während legendäre Maschinen wie BMW R 80 GS, BMW R 90 S Daytona, Yamaha XT 500 aus der Bretagne oder die historischen Impalas des Moto Club Impala die Vielfalt der Geschichte zeigten. Der emotionalste Moment folgte mit der posthumen Verleihung des Spirit of 100 Colls Award an Jordi Sala, Sieger von 2024 und 2025 in der Klassik-Kategorie, eine prägende Figur der Veranstaltung. Ein Moment voller Respekt und Erinnerung, der die Verbundenheit der Community zeigte. Doch es gab auch Freude: Das Eventvideo ließ alle Fahrer ihre drei Tage noch einmal erleben, bevor eine letzte Überraschung folgte. Bilder der französischen Alpen enthüllten den nächsten Schritt: 100 Colls France wird am 11., 12. und 13. September stattfinden und bringt das Format über die Pyrenäen hinaus in neue legendäre Pässe. Organisiert wird das Event von CROM Events. Die Reise geht weiter – und sie wird größer.

Veröffentlichungsdatum: 01.05.2026

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